Jazzahead Bremen ! Die Fachmesse mit dem Gastland Schweiz

logo Vom 21. bis zum 24. April 2016 findet in Bremen die Jazzmesse „Jazzahead!“ in nun schon elfter Auflage statt. Eine kleine Sensation. In Zeiten, in denen andere Messen schrumpfen oder gar verschwinden, feiert man in Bremen schöne Erfolge und steigende Besucherzahlen. Wie man von der erfolgreichen Buchmesse kennt, wählt man auch hier in Bremen jedes Jahr einen Länderschwerpunkt und hat für dieses Jahr die Schweiz mit ihrer vitalen Jazzszene gewählt. Als Leiter der Musikmesse hat der deutsche Trompeter Uli Beckerhoff ein illustres Programm mit Schweizer Musiker zusammengestellt. Aus über 100 Gruppen ( ! ) wurden 8 Bands ausgewählt.

Beckerhoff So räumt Ulrich Beckerhoff der Schweizer Jazzszene denn auch international einen hohen Stellenwert ein. Er betont die exzellente Qualität der vielen Bewerbungen und verweist auf die hochkarätige Musikhochschul Kultur in der Schweiz hin, in der viele amerikanische wie auch europäische Koryphäen unterrichten, was auf die Dauer ein Garant für vorzüglich ausgebildete Musiker ist.

Vallon-Trio Aufgefallen sind Ulrich Beckerhoff die Sängerin Elina Duni, die mit ihrer eigenwilligen und sehr versierten Stimme überzeugt. Ebenfalls in Bremen wird auch das bei uns sehr bekannte Colin Vallon Trio spielen. Der hochtalentierte Schlagzeuger Julian Sartorius spielt ein Solo Set, tritt aber auch mit dem Colin Vallon Trio auf.

Doch der Länderschwerpunkt präsentiert die Schweiz nicht nur als Jazzland. Es finden Literaturlesungen statt, Theatervorführungen, Ballet, Film, Grafik und Design sind im Programm. Drei Wochen lang stellt sich die Schweiz kulturell in Bremen vor. Die Jazzahead präsentiert hier auch ein spannenden Konzept, das so gesehen einzigartig ist und so auch einzigartig erfolgreich ist. Für alle Interessierten hier noch der Link zur Homepage: www.jazzahead.de

In diesem Sinne, viel Spass und bis gleich wieder mal hier auf meinem Blog

Giorgio Pianzola
Kontrabassbauer

Text inspiriert aus der Pressepublikation Jazzahead und nach einem Interview von Christoph Wagner mit Uli Beckerhoff in der geliebten NZZ vom 15. April 2016
© Copyright Foto Pressepuplikation Jazzahead Download und Colin Vallon Trio © Nicolas Masson
Dies ist eine kostenlose Veröffentlichung ohne jegliche Absicht einer Bereicherung und dient nur der Information und der Werbung für die Kultur und die Musikmesse „Jazzahead“ ! Die Veröffentlichung der Bilder wurde von Jazzahead im Download unter Angabe der Fotografen erlaubt.

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Einbau einer neuen Stimm-Mechanik

Mich_Mech_alt Die Anforderungen an eine Stimm-Mechanik eines Kontrabasses sind eigentlich einfach:
1) Absolute Stimmstabilität und ruckfreies Stimmen mit widerstandsarmem Drehmoment sind ein Muss.
2) Geringes Gewicht und einfaches Aufziehen neuer Saiten sind ein willkommenes Plus.
3) Ein ansprechendes Design, das zum Bass passt ist eine Freude.
Meistens merkt man leider erst beim Saitenwechsel, wie gut die Mechanik wirklich funktioniert. Denn hier werden mehrere volle Umdrehungen der Achsen getätigt und nicht nur kleine Stimmbewegungen geführt. Bei einer guten Mechanik sollte diese Arbeit mit einem einfachen Wirbeldreher innert nützlicher Zeit möglich sein.

Mech_Makro_SpanDer Meisterbassist Mich Gerber spielt einen speziellen Kontrabass, der vor vielen Jahren auf 5 Saiten umgebaut wurde. Die für diesen Umbau verwendete, sehr schwere Messingmechanik erwies sich aber als wenig zuverlässig. Wie man auf dem Foto erkennen kann, schabten die scharfen Kanten der Spindel mit jeder Umdrehung gefährlich lange Splitter aus den Vertiefungen der Zahnräder. Wehe dem Bassisten, der einen solchen dünnen Span in den Finger fasst, unendliche Schmerzen sind die Folge.

Mich Gerber entschied sich für den Einbau der berühmten Gloor Holzwirbelmechanik. Ich hatte die selbe Mechanik schon vor 20 Jahren auf einem seiner Kontrabässe montiert und sie hat sich tadellos bewährt. Zudem wiegt sie pro Saite bloss 147 Gramm, was gegen die 290 Gramm der alten Mechanik eine willkommene Gewichtsersparnis bedeutet. Der Umbau ist allerdings aufwendig und muss genau geplant sein. In akribischer Kleinarbeit wird alles genau vermessen und auf speziellem, lackfreundlichen Klebeband aufgezeichnet.

Auf dem Foto erkennt man gut die bereits mit Hartholz ausgebuchsten Löcher der alten Mechanik. Zudem erkennt man eine neu aufgebohrte Öffnung für einen neuen Wirbel. Es versteht sich von selber, dass man nicht unendlich viele Löcher in die Wirbelkastenwand bohren kann. Die Statik des Wirbelkastens ist sehr wichtig und mit jeder Bohrung wird sie trotz eingesetztem Holz geschwächt.

Zudem muss jede Bohrung genau winklig geführt werden. Denn jede Ungenauigkeit würde mit steigendem Saitenzug zu einem Verdrehen des Zahnrades zur Spindel hin führen. Ein Hauptgrund für die meisten Probleme mit klemmenden Mechaniken. Das Foto zeigt die zu diesem Umbau benötigten Werkzeuge und diese unvollständige Ansammlung lässt die Komplexität dieses Umbaues in etwa erahnen.

Gloor_Mich Nach der Endmontage der Mechaniken werden die Holzwirbel auf der Drehbank auf die richtige Länge geschnitten und fertig poliert . Die Saitenlöcher am richtigen Ort zu bohren kann ganz schön trickreich sein. Mit alter Seife werden die Laufflächen geschmiert und beugen dem gefürchteten Knarren vor. Nun ist der Bass bereit für die Saiten und der erste Test ist gleich eine einfache Saitenkurbel, mit der ich die Saiten blitzschnell und mühelos montiere. Der Bass spricht meines Erachtens auch viel besser an. Immerhin hat der Kopf satte 700 Gramm an Gewicht verloren. Das letzte Wort hat aber der Musiker. Er kennt seinen Kontrabass viel besser und länger und weiss wohl um die klanglichen Eigenheiten seines Instrumentes.

Mich Gerber prüft den Bass genau und ist mit der Arbeit zufrieden. Er wird mit diesem Instrument auf der Bühne arbeiten und kann nichts dem Zufall überlassen. Mich ist seit vielen Jahren als Solobassist rund um die Welt tätig und ist in unzähligen Auftritten und mit zahlreichen Schallplatten und CD Veröffentlichungen bekannt geworden. Solokonzerte mit dem Kontrabass gehören denn auch zur absoluten Herausforderung in der Musikwelt. Ein Besuch eines seiner faszinierenden Konzerte ist ein wahrer Genuss. Die neusten Infos findet man auf seiner schönen Homepage: www.michgerber.ch

Solche Umbauten sind immer eine Herausforderung, die man nie unterschätzen sollte. Und genau diese Herausforderung ist es, die mein Beruf auch nach 32 Jahren so spannend macht. Denn die Zufriedenheit des Musikers gibt den langen Stunden in der stillen Werkstatt Sinn und Grund, jedesmal das Beste zu geben.

In diesem Sinne, viel Spass und bis gleich wiedermal hier auf meinem Kontrabassblog

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright, Text und alle Fotos G.Pianzola, Bern 2016

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Happy Birthday, lieber Vali Mayer !

3-1Lieber Vali, herzliche Gratulation zu Deinem 80sten Geburtstag! Obwohl ich kaum glauben kann, dass das mit den 80 stimmt, tönst Du doch am Telefon immer so frisch, bist Du auf der Bühne immer so fit und quirlig wie kaum ein Anderer, hat Dein Humor immer die Frische und die Treffsicherheit, die man schon seit ewig von Dir kennt. Einzig an den lustigen Geschichten, an den Anekdoten aus vielen Herren Länder und von vielen Bühnen dieser Welt merkt man Deine reichhaltige Erfahrung und ahnt die vielen Jahre, die eine solche Weisheit zum Reifen benötigt. Wie der Kontrabass, der mit dem Alter immer besser wird und dessen Sound immer voller und reicher tönt, so braucht auch der Mensch seine Zeit bis zur Blüte !

Herzliche Gratulation und alles Gute, lieber Vali and please, keep swinging !

Giorgio Pianzola,
Kontrabassbauer

© Copyright Text G. Pianzola Bern 2016, © Copyright Foto Familie Mayer Rüschlikon

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„Elegance“ Bogencase

Unfälle passieren häufig durch Stress. Man ist in Zeitdruck, alles ist eh schon zu spät, in grosser Hast rennt man noch auf die Bühne, zerrt die Hülle vom Kontrabass und wirft sie in eine Ecke. Schon geht der Vorhang auf, das Konzert beginnt und die Musik verlangt die gesamte Aufmerksamkeit des Bassisten. Doch wo ist der Bogen ? Steckt der etwa noch in der Hülle ? Hat er diesen Stress unbeschadet überlebt ?

Die Wahrheit nach dem Konzert ist niederschmetternd und mehr als ärgerlich. Der schöne, alte Meisterbogen ist in der Mitte durchgebrochen, die wertvolle Fernambuckstange in splitterigen Rissen mehrfach gespalten. Der Bogen ist irreparabel. Dabei wäre dieser Schaden leicht zu vermeiden gewesen. Denn wenn man den Stress schon nicht vermeiden kann, so kann man doch den Bogen besser schützen.

Die Lösung heisst: „Elegance“ Bogencase

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Dieses formschöne Bogencase ist sehr schlank, dünn und passt mit seinen abgerundeten Enden im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten problemlos in jede Hülle. Mit einem stabilen Holzkern, der weichen Samtfütterung und dem zähen, schwarzen Bezug ist es ein Begleiter fürs Leben. Die zwei Schiebeverschlüsse halten die beiden Halbschalen sicher zusammen und sichern ihren schönen Bogen vor höchster Unbill.

Elegance_D_Offen

Der grosszügige Griff ist mit zwei Bügeln äusserst raffiniert befestigt und legt sich durch blosses Darüberstreichen eng ans Case an. So kann man das Case problemlos in die Hülle schieben oder es auch als Bogencase schlicht mit der Hand tragen. Eine „elegante“ Lösung in bester deutscher Handarbeit gefertigt.

Elegance-D-Detail Die sorgfältige Verarbeitung dieses Meisterbetriebes zeigt sich in der Liebe zum Detail. Eine Aussparung fürs Kolophonium wurde gleich eingebaut. Die Verschlüsse sind von exzellenter Qualität und sauber verschraubt. Der Innenbezug kann in silbrigem oder in rotem Samt gewählt werden. Das Case ist für Kontrabassbögen in deutscher wie auch in französischer Bauweise erhältlich. Und das Beste wie immer am Schluss: mit seinem Preis von nur 195.- Fr ist das „Elegance“ ein Schnäppchen. ( zzg. 8 % Mwst für die Schweiz )

Leisten Sie sich und Ihrem Bogen etwas Elegantes und etwas ganz Sicheres:
Das „Elegance“ Bogencase

Viel Spass und bis gleich wieder mal hier auf meinem Kontrabassblog…

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© copyright Text und alle Fotos, Giorgio Pianzola Bern 2016

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Kolophonium

Zufällige Auswahl einiger Kolophone

Zufällige Auswahl einiger Kolophone

Die Herkunft und die Herstellung des Kolophoniums oder auch „Bogenharz“ genannten Stoffes sind seit Jahrtausenden bekannt, handelt es sich doch um die Essenz einer genialen Selbstheilungsstrategie der Bäume. Diese wunderbaren Wesenheiten verschliessen jede Beschädigung Ihrer Aussenhaut, der Rinde, mit einem Balsam, der schnell an der Luft erstarrt und die Wunde mit einem wasserdichten Pflaster verschliesst. Diese klebrige, glasige Masse besteht aus komplizierten Estern, Säuren, Alkoholen und anderen Verbindungen und verändert ihre Konsistenz von flüssig bis fest.

Dieses im Volksmund genannte „Harz“ kratzt der Mensch vom Baum ab und verwendet es für die verschiedensten Zwecke. Für die hier besprochene Kolophoniumgewinnung sind heute allerdings nur die Harze der Nadelbäume, genau der Tannen und Fichten, sowie der Lärchen von Bedeutung. Dieses Harz wird zur Gewinnung des begehrten Terpentinoels einer Destillation unterzogen. Der Rückstand dieses Verfahrens, der klebrige Harzkörper, wird Kolophonium genannt, nach der alten lydischen Stadt Kolophon, die einst in der Antike eine Hochburg dieser Gewinnung war.

Das Premium Kolophonium der Firma Petz

Das Premium Kolophonium der Firma Petz

Wir benutzen dieses Harz zum Bestreichen der Haare unserer Streichbögen und erhöhen so den Reibungswiderstand ums Mehrfache. Jeder, der schon mal einen kleinen Resten dieses Harzes auf die Finger gekriegt hat, kann diese Wirkung bestätigen: innert kürzester Zeit bilden sich beim Zupfen der Saiten grosse Blasen. Deswegen ist auf strikte Trennung der Spielflächen beim Streichen und Zupfen zu achten. Man berühre deswegen auch nicht den Bezug des Bogens.

Das Kolophon verändert aber mit dem Alter durch Versprödung seine Konsistenz und verliert mehr und mehr seine Klebrigkeit. Es staubt den Bass nur noch ein und man bemerkt auch eine zunehmende Brüchigkeit in der Struktur. Dieser Staub ist gesundheitschädlich, ja es gibt sogar Musiker, die allergisch auf diese Stoffe reagieren. Deswegen sollte man regelmässig ein neues Kolophon kaufen und immer auf frische Ware achten.

Vor dem angeblichen Geheimtyp, das alte Harz aufzuschmelzen, muss ich dringend warnen. Diese Harze enthalten farb- und geruchlose Stoffe, die bei Erhitzung hochflüchtig werden und wie der Staub gesundheitsschädlich sind. Bei einem neuen Kolophonium sind diese Stoffe jedoch im elastischen Körper des Harzes gebunden und können nicht schaden.

Kolofonreste auf einer Kontrabassdecke

Von Kolophonresten verunstaltete Kontrabassdecke

Man kann sehr gut beobachten, dass in den Kolophonen der Neuzeit auch künstliche Zusatzstoffe Verwendung finden. Da jeder Hersteller das Rezept seiner Fertigung aber als sein Geheimnis behandelt, ist wenig über diese „Weichmacher“ zu erfahren. Ich möchte aber allen Bassisten aus Erfahrung raten, die Reste Ihres Kolophoniums, das auf dem Lack des Basses landet, gut und ausnahmslos wegzuwischen, da diese chemischen Zusatzstoffe sich in den wertvollen Lack fressen. Küchenpapier hat sich hierfür sehr bewährt und ist in losen Blättern sehr gut in der Basshülle mitzunehmen.

In diese Sinne viel Spass, gut Strich und bis gleich wieder mal hier auf meinem Kontrabassblog,

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und alle Fotos, Giorgio Pianzola, Bern 2016

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Frohe Weihnacht und ein glückliches, neues Jahr !

Das Jahr 2015 läuft langsam aber sicher aus. Der Währungsschock mit der anhaltenden Frankenstärke, der Krieg am Mittelmeer mit Hunderttausenden von Flüchtlingen und das sich erwärmende Klima prägten dieses wechselhafte Jahr.

Die Welt verändert sich immer schneller. Auch im Geigenbau, einem alten, von Tradition geprägten Handwerk hat die Moderne Einzug gehalten. War früher vorallem bedingungslose Qualität gefragt, so gilt heute vielfach schon die erste Frage dem Preis.

Da staunt man doch über diesen alten Solobass, der im vorletzten Jahrhundert in Deutschland entstanden ist und noch heute mit seinem schwebenden Ton sowohl die Herzen der Zuhörer wie und die der Musiker verzaubert.

Weihnachtskarte-15_net

Mit diesem schönen Bild aus meiner Werkstatt sende ich Euch meine besten Wünschen zu den Festtagen und einem herzlichen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen. Möge über Weihnacht etwas Friede in diese turbulente Welt einkehren und ein paar Momente der Besinnlichkeit ermöglichen.

In diesem Sinne alles Gute und bis bald mal wieder hier, auf meinem Kontrabassblog

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und Foto, G. Pianzola, Bern 2015

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Position des Steges beim Kontrabass

Immer wieder fragen mich Kunden nach der genauen Position des Steges bei ihrem Kontrabass. Denn manchmal kann man kaum glauben, dass ein Bassist mit einem so verschobenen Steg ein Konzert gespielt hat. Abgesehen von völlig krummen Stegen ( darauf gehe ich ein andermal ein ) sehe ich immer wieder Stege, die am völlig falschen Platz stehen und so Ton und Bespielbarkeit, ja sogar die Statik des Kontrabasses schlecht beeinflussen oder gar gefährden.

F-LochlinieDer Steg steht nur auf der Decke und ist nicht verleimt, wie häufig angenommen wird. Er wird nur durch den Vectordruck der Saiten auf der Decke gehalten. Dieser Druck ist gewaltig, variiert aber je nach Halswinkel oder den verwendeten Saiten stark. Durch Transport oder einen Schlag kann der exponierte Steg schon mal verschoben werden. Seine genaue Position lässt sich aber leicht durch die F-Loch Kerben bestimmen. Verbindet man die inneren F-Loch Kerben mit einer imaginären Linie, so muss der Steg mittig auf dieser Linie stehen.

Steg_aufrecht Zudem sollte seine Position aufrecht und absolut gerade sein. Der Steg darf nicht in sich verdreht, windschief oder gar krumm sein, da diese Fehler sowohl den Sound wie auch die Bespielbarkeit des Basses nachhaltig verschlechtern. Ueberhaupt ist der Steg sowohl von seiner Machart wie auch von seiner Position viel wichtiger als allgemein angenommen wird. Bei der Holzwahl ist nur enggewachsener Bergahorn von höchster Güte akzeptabel. Seine Position auf der Decke steht in direktem Zusammenhang mit der Mensur und der Wirkung des Stimmstockes. Diese Stellung genau zu kontrollieren ist für ein ungeübtes Auge manchmal etwas schwierig. Deshalb kontrolliert man die aufrechte Haltung des Steges auch mit der Passung der Stegsohlen.

Fuss_abgehoben Hat sich der Steg durch einen Schlag oder einfach nur durch das permanente Nachstimmen der Saiten in Richtung Griffbrett verzogen, so sieht man das in der Regel sehr gut an den Fusssohlen des Steges, die sich in einem prägnanten Spalt von der Decke des Basses abgehoben haben. Den Steg vorsichtig in seine richtige Stellung zurückzuziehen funktioniert nur, wenn die Saiten in der Saitenkerbe unverletzt sind und erfordert ein dementsprechendes Fingerspitzen Gefühl.

Fuss_passend Denn die Wicklung einer gequetschten Saite frisst sich in die Saitenkerbe des Steges und verhindert jede Bewegung des Steges zurück in seine richtige Stellung. Mit neuen Saiten und sauberen Kerben lässt sich der Steg jedoch sanft bewegen. Man hüte sich hingegen vor zu starkem Zug, um den Steg nicht umzuschlagen. Im Zweifelsfall lässt man sich die richtige Handhabung vom Bassbauer erst mal zeigen.

Steg zu Griffbrett Auch die genaue Position zum Griffbrett ist sehr wichtig. Sind die beiden Kurven ( die des Griffbrettes und die des Steges ) zueinander verschoben, stimmen auch die Abstände der Saiten zum Griffbrett nicht mehr. Schnarren oder erschwerte Bespielbarkeit sind die Folge. Betrachtet man den auf einen Tisch gelegten Bass vom Stachel her, so kann man von den äusseren Griffbettkanten zu den Saiten sehr genau messen, ob der Steg in der Mitte der Flucht steht. Nötigenfalls kann man die Saiten etwas lösen und mit vorsichtigen Schlägen den Steg in die Mitte stellen.

ACHTUNG: Man achte bei allen Handlungen am Steg immer penibel auf die Position des Stimmstockes. Verschiebt sich der Stimmstock oder fällt er gar um, ist der Gang zu einem Fachmann unabdingbar. Nur ein erfahrener Bassbauer kann den Stimmstock ( die Seele ) des Basses richtig setzen.

In diesem Sinne, viel Spass und bis gleich wieder mal hier auf meinem Blog….

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und alle Fotos G. Pianzola, Bern 2015

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Willkommen an der neuen Adresse : Reichenbachstrasse 118, 3004 Bern

Eingang-118Endlich ist es geschafft ! Der Umzug von der Friedbühlstrasse 36 B an die Reichenbachstrasse 118 ist vollbracht. Eine solche Reise ist immer traumatisch und ein Jeder, der schon mal einen Umzug hinter sich gebracht hat, wird mir zustimmen. Tagelanges Sortieren, Verpacken, Reinigen und Wegwerfen wechseln sich mit harter Umzugsarbeit ab. Kisten aufladen, Kisten abladen, die schweisstreibende Arbeit will und will kein Ende nehmen. Und doch ist ein jeder Umzug auch eine riesige Chance. Die Chance auf einen Neuanfang, die Möglichkeit, sich von einigem Gerümpel zu trennen, die Chance, sich neu einzurichten , neue Menschen zu treffen und neue Horizonte zu erkunden.

Langer-GangDass die alten Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Haus an der Friedbühlstrasse dringend saniert werden müssten, war schon seit Jahren klar. Dass die Stadt Bern als Eigentümerin aber eine solche grosszügige Alternative anbieten würde, ist ein Glücksfall. Die Räumlichkeiten an der Reichenbachstrasse 118 sind hell und freundlich und für uns Bassisten sehr wichtig, im Parterre gelegen.

Ausstellung Die Ausstellung ist mit satten 90 Quadratmeter grosszügig und bietet ein würdiges Ambiente für all die schönen Kontrabässe und das umfangreiche Zubehör. Neben den 60 Kontrabässen hat es genug Platz, die einzelnen Instrument in Ruhe durchzuspielen oder einen der über 100 Bassbögen ausgiebig zu testen. Hüllen in allen erdenklichen Grössen, Qualitäten und Preislagen plus das gesammte Programm der beliebten Acoustic Image Verstärker sind ausgestellt. Kurz, ein Paradies für jeden Kontrabassisten !

Werkstatt In der neuen, 60 Quadratmeter grossen Werkstatt wird schon fleissig gearbeitet. Die helle Fensterfront mit Blick ins Grüne lässt das warme Herbstlicht hereinströmen und verleiht dem dunklen Lack der alten Kontrabässe einen eigenen Zauber. In solch einem schönen Umfeld lässt sich gut arbeiten und ich spüre schon jetzt, dass dieser Umzug eine grosse Chance, ein grosser Gewinn ist!

Bei jedem Umzug helfen viele gute Geister mit. Mein herzlicher Dank geht an Pierina Milani, Elsie Hischier, Marcel Mischler, Michael Stoller, Markus Zürcher, Ueli Gremli, Marius Hertig, Peyer Umzüge Bern, und viele andere mehr. Ein besonderer Dank an Christoph Müller, der die Wochenenden und viele Abende geopfert hat, um mitzuhelfen. Herzlichen Dank auch an alle Kunden für Euer Verständnis!

Bitte besucht mich doch mal an der neuen Adresse. Reichenbachstrasse 118, 3004 Bern, Trakt E, Zimmer 7 und 10
Die Telefonnummer ist noch immer die gleiche: 031 398 23 80
Auch die Email pianzola@kontrabass.ch und die Homepage www.kontrabass.ch gelten noch.
Öffnungszeiten sind wie immer Montag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. Eine telefonische Voranmeldung ist erwünscht.
Ich freue mich auf Euren Besuch!

In diesem Sinne, bis gleich wieder mal hier auf meinem Blog, Euer

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und alle Fotos, G. Pianzola Bern, 2015

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Acoustic Image Contra S4 plus – der Powerzwerg

Nach der Hitzewelle, das Thermometer zeigte in der Werkstatt bisweilen satte 36 Grad Celsius, fahre ich in meinem Blog mit einem Beitrag über die neue „Contra“ Combo der Edelschmiede Acoustic Image fort.

Contra-S4+_front_net Acoustic Image hat immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Kontrabassisten. Dem vielfach erwähnten Wunsch nach einem Amp mit schlichter, einfach zu bedienenden Vorstufe, aber dem gleichen satten Sound wie alle Acoustic Image`s wollte und konnte Acoustic Image gerne folgen. Dies vorallem im Zuge der Ueberarbeitung aller Modelle und der Einführung des Zusatzes + hinter der Modellbezeichnung.
Gelungen ist dem Thinktank um Rick und Paul ein weiterer Amp, der alle Zutaten zum Klassiker hat.

Contra_paneel_net Der Name „Contra“ ist ja schon Programm und zeigt den Verwendungszweck dieses kleinen Ungetümes klar an. Die einkanalige Vorstufe hat zwei Jack Eingänge, einer Hoch-, der andere Niederohmig. Nach dem üblichen Levelregler, mit dem man alle gängigen Tonabnehmer optimal an den Eingang anpassen kann folgt schon die erste Neuerung, die Vierband Klangregelung. Bass, tiefe Mitten, hohe Mitten und Höhen ermöglichen bessere Balance des Klangbildes für den Kontrabass. Eine stufenloses Filter mit hervorragender Wirkung und das Mastervolume beschliessen die Sektion der feingängigen Drehregler.Das Di-Out und die kleinen Druckschalter wie Mute, Ground Lift und Post EQ kennt man schon von den anderen Modellen.

Contra-s4+_back_net In den technischen Details will ich mich hier gar nicht verlieren. Dafür bietet die ausführliche und spannend geschriebene Bedienungsanleitung viel zu viel Informationen und verrät so einige Tricks, die man mit diesem Powerzwerg anstellen kann. Nur soviel noch: Die Endstufe leistet 300 Watt bei 4 Ohm. Schliesst man also eine X-beliebige Zusatzboxe an den kräftigen Contra an, kann das Kerlchen auch ganz schön giftig werden. Aber auch so reichen Leistung und Sound bei weitem, um jeden Clubgig zu bestehen.

Contra_Speaker_net Der nach unten gerichtete 25 cm Basslautsprecher und der nach vorne abstrahlende 12.5 cm Mitteltöner ermöglichen den typischen Acoustic Image Sound. Warme, aber kristallklare Tiefen, satte Mitten und crispe Höhen erfrischen den Sound. Die beiden Füsschen lassen sich ausklappen und stellen die Combo schräg. Eine Soundalternative öffnet sich so, der Schalldruck wird mehr in Richtung Puplikum gelenkt.

Sehr zu empfehlen ist der Kauf des Soft Bag. Aus hochwertigem Nylon mit umlaufendem Reissverschluss gearbeitet, bietet er mit seinen grossen Tragschlaufen und dem Schultergurt das Non-plus-Ultra an Transportcomfort für dieses kleine Schmuckstück. Bei einem knappen Gewicht von 11 Kilogramm lässt sich der Contra so problemlos über der Schulter tragen.

Und das Beste wie immer zum Schluss: Der Contra kostet bloss 1095.- Fr netto. Die Softbag nur 195.- Fr

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Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und alle Fotos, G. Pianzola, Bern 2015

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Griffbrett Bruch

Da-fehlt-was1_net Eine häufige Reparatur am Kontrabass ist ein abgefallenes Griffbrett. Und mit „abgefallenem Griffbrett“ meine ich wirklich abgefallen. Mitten während dem heissestes Solo fällt das Griffbrett gute 16 cm nach unten und kracht mit einem heftigen Schlag auf den Steg, bevor es sich wie in Zeitlupe unter den Fingern des völlig geschockten Bassisten wegdreht und auf den Bühnenboden scheppert. Als Bassist können Sie sich in einem solchen Moment der grössten Bewunderung der Zuhörer sicher sein. Noch bevor Sie selber begriffen haben, was passiert ist, wird der gesamte Saal in Begeisterungsstürme ausbrechen und ihre vermeintlich artistische Einlage mit einem grossen Applaus honorieren. Nun ist es an Ihnen, die Situation zu retten: lächeln Sie, verbeugen Sie sich, geniessen Sie die Aufmerksamkeit und empfangen Sie die Huldigung, aber spielen Sie auf keinen Fall weiter, das wäre fatal. Heben Sie dezent die freie Hand und stimmen Sie den Bass so schnell wie möglich mehrere Ganztöne nach unten. Ihre Mitmusiker werden ebenso aufgehört haben zu spielen und werden die Situation teils amüsiert, teils erstaunt betrachten. Bis jeder begriffen hat, was da vor sich geht und bis man entschieden hat, wie das Konzert weitergeht, wird es eine Weile dauern. Retten Sie ihr Griffbrett und ihren entspannten Bass und bringen Sie beides in Sicherheit. Sollte der Steg noch stehen, umso besser. Da kann der Saitenhalter keine Kratzer in den schönen Lack ritzen. Ansonsten sichern Sie die losen Teile mit Papiernastücher und Klebestreifen.

Leimnut-Blog Das Griffbrett besteht aus dem extrem harten und dichten Ebenholz. Der mächtige Saitenzug von 120 Kilo kann von dem schwachen Ahornhals nur Dank der Verleimung mit diesem kräftigen Griffbrett aushalten. Da das Ebenholz aber sehr dicht ist, ist eine Verleimung schwierig. Die Poren des schwarzen Holzes sind klein und nehmen den Leim schlecht an. Auf Druck hält die Verleimung recht gut. Auf Scherkräfte oder gar auf Zug ist die Verleimung aber gar nicht gut zu sprechen. Die zusätzliche Nut, die man im Griffbrett einfräst, dient dazu, die Leimfläche zu erhöhen und dem Leim die zur Härtung benötigte Luft zuzuführen. Nachdem man sowohl die Leimfläche am Hals, wie auch die Griffbrettunterseite perfekt planiert hat, verleimt man das Griffbrett wieder mit dem Bass. Es versteht sich, dass man das Griffbrett nach der Verleimung nochmals spielfertig abrichten muss. Denn jede Verleimung bringt Spannungen mit sich, das lässt sich nicht vermeiden.

So-Nicht Deswegen sollte man, wie im Foto rechts ganz gut gezeigt wird, den Kontrabass nie am Griffbrettende hochheben. Der lange, freischwebende Teil des Griffbrettes bildet einen Hebel und schon die kleinste Erschütterung beim Transport kann das Griffbrett anlösen. Die Vibrationen beim Spiel der tiefen Frequenzen und der permanente Saitenzug von 120 Kilo tragen das ihre bei und schon reisst das Griffbrett vom Hals weg. Sie können sich zwar verneigen und einen Sonderapplaus geniessen, der Gang zum Geigenbauer aber schmälert dieses Hochgefühl doch etwas. Zudem reisst das Griffbrett nicht immer glatt ab. Es können sich durchaus auch splitterige Risse bilden, die eine Reparatur erschweren oder gar verunmöglichen.

Zargengriff_blog Weitaus besser, bequemer und ungefährlicher lässt sich der Bass mit der Hand im Innenbügel tragen. Der mit Decke und Rücken verleimte Zargenkranz hält den Saitenzug und das Eigengewicht des Basses viel einfacher aus. Die zwar dünnen Bretter der Zargen sind mit zusätzlichen Reifchen verstärkt und durch die Verleimung extrem stabil. Zudem behält man in dieser Position den exponierten Steg immer im Auge. Denn jeder Schlag auf diesen hervorstehenden Teil kann seine Position auf der Decke verschieben und die Stegkurve zu Griffbrettkurve verändern. Das sind zwei für die Bespielbarkeit wichtige Parameter. Doch auf die gehe ich ein andermal ein.

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Ein schöner Sommer wünscht Euch allen

Giorgio Pianzola, Kontrabassbauer

© Copyright Text und alle Fotos Giorgio Pianzola, Bern 2015

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